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«spital. illegal. normal!»

Unter dem Slogan «spital. illegal. normal!» führte der VSAO von 2013 bis 2016 eine nationale Kampagne durch, um auf die gesetzeswidrigen Arbeitsbedingungen der Ärztinnen und Ärzte im Spital hinzuweisen. Obwohl die Assistenzärztinnen und -ärzte seit 2005 dem Schutz des Arbeitsgesetzes unterstellt sind, gibt es nach wie vor flächendeckend Verstösse gegen die rechtlichen Vorgaben. Die Bilanz ist höchst ernüchternd: Mehr als sieben Arbeitstage am Stück und Wochenarbeitszeiten von deutlich über 50 Stunden gehören für den Ärztenachwuchs zum Alltag (Studie zu den Arbeitszeiten).




Situation der Spitalärztinnen und -ärzte

In vielen Spitälern wird nicht nur die gesetzliche Höchstarbeitszeit regelmässig überschritten. Auch Ferien und Pausen entfallen, und Ruhezeiten beim Pikettdienst werden nicht berücksichtigt. Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte müssen unter diesen problematischen Arbeitsbedingungen Höchstleistungen vollbringen und tragen eine enorme Verantwortung. Doch Überarbeitung und Übermüdung haben schwierigende Folgen:

  • Wer mehr als zwölf Stunden arbeitet, begeht unweigerlich FEhler - die Patientensicherheit ist gefährdet.
  •  Unter Zeit- und Spardruck bleibt bei der Behandlung weniger Zeit für den einzelnen Patienten - die Behandlungsqualität leidet.
  • Nicht kompensierbare Überstunden und Pikettdienste belasten Ärztinnen und Ärzte auch privat - Beruf, Sozial- und Familienleben werden für sie immer schwerer vereinbar.
  • Schlechte Arbeitsbedingungen in Spitälern senken die Attraktivität des Arbeitsplatzes Spital - der Ärztemangel nimmt weiter zu.

Damit ist klar: Die Einhaltung des Arbeitsgesetzes in Spitälern betrifft alle!


Forderung

Wenn die hohe Qualität des Schweizer Gesundheitssystems erhalten bleiben soll, braucht es einfühlsame, gut ausgebildete und motivierte Ärztinnen und Ärzte. Dies setzt aber anständige Arbeitsbedingungen und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie voraus.

Deshalb fordert der VSAO:

  • Flächendeckende Umsetzung des Arbeitsgesetzes und regelmässige Überprüfung seiner Einhaltung.
  • Bessere Vereinbarkeit von Arztberuf und Familie/Privatleben, unter anderem durch mehr Teilzeitstellen.
  • Keine Sparmassnahmen auf dem Buckel der Assistenz- und Oberärztinnen und -Ärzte.
  • Regelmässige und gute Weiterbildung.

Protest beim Bundesrat

24'198 Personen fordern die Einhaltung des Arbeitsgesetzes in den Schweizer Spitälern.

Im April 2015 waren es zehn Jahre her, dass die Assistenzärztinnen und -Ärzte dem Arbeitsgesetz unterstellt wurden. Die aus diesem Anlass lancierte Protestaktion verlief äusserst erfolgreich: 24‘198 Personen haben Bundesrat Johann Schneider-Ammann zum Handeln aufgefordert.




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